Fast jedes zweite Logistikunternehmen arbeitet noch überwiegend mit Papier: Cargoclix-Umfrage zeigt digitale Lücken in der Logistik

Viele Unternehmen in der Logistik wollen in den kommenden Monaten KI- und Automatisierungsprojekte vorantreiben, scheitern jedoch unter anderem an personellen Ressourcen. Foto: unsplash/Immo Wegemann
- 45,5 Prozent der Logistikunternehmen wickeln ihre Prozesse immer noch überwiegend auf Papier ab, nur rund 25 Prozent nutzen KI-basierte Tools oder Prognoselösungen. Das zeigt die erste Befragung des neuen Cargoclix Digitalization Monitor.
- Online-Umfrage verdeutlicht Lücke zwischen digitalen Ambitionen und Realität: Medienbrüche und fehlende Integration bremsen die
Freiburg i.Br., 9. April 2026. Die Digitalisierung der Logistikbranche kommt weiterhin langsamer voran als erwartet. Das ist eines der Ergebnisse des neu gestarteten Cargoclix Digitalization Monitor, den das Unternehmen ab sofort regelmäßig durchführt, um aktuelle Trends und Entwicklungen rund um das Thema Digitalisierung in der Logistikbranche zu erfassen und auszuwerten. Laut der ersten Befragung unter 55 Cargoclix-Kunden, die im Februar durchgeführt wurde, arbeitet fast die Hälfte der Unternehmen zur Umsetzung ihrer Logistikprozesse noch immer überwiegend mit Papier.
Gleichzeitig nutzen erst rund 25 Prozent KI-basierte Tools oder Prognose-Lösungen, obwohl Automatisierung und Künstliche Intelligenz (KI) strategisch mit hoher Priorität gewichtet werden.
Die Umfrage zeigt, dass analoge Arbeitsweisen und komplexe Alt-Systeme die größten Hindernisse darstellen. Dies zeigt sich zum Beispiel im Dokumentenmanagement: Bei rund 45,5 Prozent der Unternehmen liegt der Anteil papierloser Abläufe bei weniger als 40 Prozent. Fast 35 Prozent berichten, dass tägliche Medienbrüche – etwa durch Excel-Tabellen, E-Mails oder Telefonate – den Betrieb deutlich erschweren. Drei Viertel der Betriebe bewertet zudem die Integration ihrer Kernsysteme wie ERP, Lagerverwaltung oder Zeitfenstermanagement überwiegend als niedrig oder mittelmäßig.
„Wir sehen eine deutliche Verzögerung beim digitalen Ausbau“, erklärt Professor Victor Meier, beratender Gesellschafter von Cargoclix. „Viele Unternehmen hängen in einer technologischen Sackgasse fest: Komplexe Legacy-Systeme blockieren moderne Cloud-Lösungen, und fehlende interne Ressourcen und Personalmangel sind nur einige Beispiele, die eine Transformation bremsen.“ Konkret identifiziert die Umfrage klare Barrieren für den digitalen Fortschritt: Mit 58,2 Prozent führen fehlende interne Ressourcen und Personalmangel die Liste der Hindernisse deutlich an.
Dahinter folgt ein dichtes Feld gleichwertiger Bremsfaktoren: Jeweils 40 Prozent der Unternehmen sehen sich durch komplexe Alt-Systeme (Legacy-IT), fehlende Standards an den Schnittstellen sowie eine unzureichende digitale Reife bei ihren Partnern in der Lieferkette blockiert. Budgetrestriktionen spielen mit 36,4 Prozent ebenfalls eine gewichtige Rolle, rangieren aber hinter den strukturellen und personellen Herausforderungen.
Digitalisierungsgrad intern und extern „mittelmäßig“
Auf einer Skala von eins bis fünf ordnet die Mehrheit der Befragten (58,2 Prozent) ihr Unternehmen beim Fortschritt der Digitalisierung genau in der Mitte ein. Während 16,4 Prozent ihren Digitalisierungsgrad als hoch bewerten und 9,1 Prozent sogar von einem sehr hohen Niveau sprechen, sehen sich gleichzeitig rund 20 Prozent noch im niedrigen oder sehr niedrigen Bereich.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Frage nach dem Automatisierungs- und Digitalisierungsgrad der internen Logistikprozesse insgesamt. Auch hier ordnet sich gut die Hälfte der Unternehmen im mittleren Bereich ein: 49,1 Prozent bewerten ihre Prozesse als mittelmäßig digitalisiert. Mehr als ein Viertel sehen ihre internen Logistikprozesse noch auf einem niedrigen Niveau, während immerhin ein knappes Viertel von einem hohen oder sehr hohen Digitalisierungsgrad spricht. „Gerade in der operativen Logistik gibt es noch viele manuelle Schnittstellen“, erklärt Meier. „Die Digitalisierung einzelner Schritte reicht nicht aus. Erst wenn Planung, Lager, Transport und Abrechnung miteinander verbunden sind, entsteht der eigentliche Effizienzgewinn.“
Integration der Systeme bleibt Herausforderung
Ein zentrales Hindernis der Digitalisierung ist weiterhin die Integration verschiedener IT-Systeme. In der Umfrage bewerten 43,6 Prozent der Unternehmen die Integration ihrer logistischen Systeme -etwa ERP, WMS, TMS oder Zeitfenstermanagement – als mittelmäßig.
Weitere 30,9 Prozent sprechen sogar von einer niedrigen oder sehr niedrigen Integration ihrer Systeme. Lediglich 25,5 Prozent sehen hier ein hohes oder sehr hohes Niveau.
KI hat hohe Priorität – Nutzung bleibt gering
Ein widersprüchliches Bild zeigt sich beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Knapp 33 Prozent der Befragten signalisieren ihre Bereitschaft, KI- und Automatisierungsprojekte in den kommenden zwölf Monaten stark oder sehr stark voranzutreiben. In der Praxis nutzen aktuell jedoch mehr als 74,5 Prozent der Unternehmen noch keine KI-Anwendungen oder Prognosetools. Die Hauptgründe sind fehlende personelle Ressourcen, Budgetrestriktionen und eine unzureichende digitale Reife bei Partnern in der Lieferkette. Bezogen auf die Logistikbranche insgesamt erwarten rund 65 Prozent generell mehr Digitalisierungsprojekte in der Logistik. Gleichzeitig betonen rund 78 Prozent, dass analoge und nicht integrierte Prozesse ihren täglichen Betrieb mittelmäßig, stark oder sehr stark beeinflussen.
„Die Ergebnisse zeigen eine klare Diskrepanz zwischen strategischem Willen und operativer Umsetzung“, macht Meier angesichts dieses Ergebnisses deutlich. „Solange Basisdaten in Silos liegen oder manuell übertragen werden müssen, fehlt der KI die Grundlage. Wer jetzt nicht in moderne Systeme und die Anbindung seiner Partner investiert, riskiert den Anschluss in einer zunehmend automatisierten Logistikwelt.“
Investitionsbereitschaft trotz Hürden stabil
Trotz der Herausforderungen bleibt die Stimmung in der Branche vorsichtig optimistisch. Die Mehrheit der Unternehmen plant, ihre Investitionen in digitale Logistiklösungen stabil zu halten oder leicht zu erhöhen. Im Fokus stehen Prozessautomatisierung und IT-Modernisierung. Nachhaltigkeit und CO2-Reporting spielen eine Rolle, stehen aber aktuell hinter der Optimierung der Kernprozesse zurück.
„Der Leidensdruck durch ineffiziente Abläufe ist hoch“, resümiert Professor Meier. „Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Integrationsfähigkeit. Nur wenn Systeme nahtlos zusammenarbeiten und die Kommunikation mit Spediteuren und Lieferanten automatisiert wird, lässt sich die Abhängigkeit von Papier und manuellen Prozessen nachhaltig reduzieren.“
Mit dem Cargoclix Digitalization Monitor will das Unternehmen künftig regelmäßig ein Stimmungsbild zur Digitalisierung in der Logistik veröffentlichen und Entwicklungen innerhalb der Branche sichtbar machen. Cargoclix führt dazu Onlinebefragungen unter seinen Kunden durch. Die Ergebnisse erheben keinen Anspruch auf Repräsentativität.
An der ersten Erhebung des Cargoclix Digitalization Monitor im Februar 2026 nahmen insgesamt 55 Unternehmen teil. Die Stichprobe bildet ein breites Spektrum der Wirtschaft ab: Rund 31 Prozent der Betriebe sind kleine Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitenden, während etwa 18 Prozent der Teilnehmer große Organisationen mit mehr als 1.000 Beschäftigten repräsentieren. Auch bei den Umsatzzahlen zeigt sich eine diverse Struktur: Während 30,9 Prozent der Unternehmen einen Jahresumsatz von bis zu 10 Mio. EUR erzielen, gehören 14,5 Prozent mit über 500 Mio. EUR Umsatz zur Riege der Großunternehmen. Branchenseitig ist das Teilnehmerfeld breit gefächert und umfasst neben Schwerpunkten in Logistik und Transport (z. B. Speditionen, Logistikdienstleister) auch Unternehmen aus dem Handel, der Chemie- und Kunststoffbranche sowie der produzierenden Industrie.

Rät zur dringenden Investition in moderne Systeme und zur digitalen Anbindung von Partnern: Victor Meier, beratender Gesellschafter bei Cargoclix. Foto: Cargoclix
Über Cargoclix
Cargoclix ist ein führender Anbieter digitaler Lösungen im Bereich Transport- und Logistik. Die Produkte von Cargoclix ermöglichen durchgängige digitale Prozesse für die Hof- und Transportlogistik und erzielen mit über 190.000 Nutzern eine der größten Reichweiten in der Branche. Alle Produkte stehen als Software as a Service (SaaS) in der Cloud zur Verfügung und bieten durch ihren modularen Aufbau flexible Kombinationsmöglichkeiten, die eine vollständige Digitalisierung und Automatisierung der Logistikprozesse gewährleisten.
Zu den bekanntesten Lösungen von Cargoclix zählen:
- Cargoclix SLOT: Eine modular anpassbare Software zur Optimierung der Abläufe an der SLOT zählt zu den an den weitesten verbreiteten Produkten im Bereich Zeitfenstermanagement.
- Cargoclix SAFE CHECK-IN (SCI): Eine digitale Lösung, die Lkw-Fahrer und Logistikstandorte effizient miteinander verbindet. Sie optimiert den gesamten Check-in-Prozess und steigert die Effizienz an
- Cargoclix WORKFLOW MANAGEMENT (WFM): Eine modulare Lösung zur schnellen und einfachen Digitalisierung und Optimierung individueller Arbeitsabläufe in der Hof- und Transportlogistik. Sie hilft erfolgreich, Personalkosten zu senken und trägt durch die Automatisierung von Prozessen zu optimalen Abläufen und der Vermeidung von Fehlern bei.
- Cargoclix TENDER: Eine Logistikplattform für weltweite Ausschreibungen von Transporten auf Straße, Schiene, Luft, See und Binnenwasserstraßen sowie Kurier-Express-Paketdienste und Logistikdienste wie Mit über 28.000 registrierten Mitgliedern aus Industrie, Handel und Spedition gehört TENDER zu den führenden internationalen Ausschreibungsplattformen.
Cargoclix ist eine Marke der Dr. Meier & Schmidt GmbH. Das Unternehmen wurde 1998 gegründet und hat seinen Sitz in Freiburg i.Br. www.cargoclix.com
Weitere Informationen finden Sie unter www.cargoclix.com.


Folgen Sie uns in den sozialen Netzwerken